Donnerstag, 14. Januar 2016

BOOK | Die Blutschule

Sebastian Fitzek Die Blutschule


Kennt ihr diesen Moment, wenn etwas eure Aufmerksamkeit auf sich lenkt, heraussticht, aus der grauen Masse, eine Information, bei denen euer Gehirn sagt: Schau dir das genauer an! Früher hatte ich diese Momente sehr oft, ich habe mir Zeit für alles genommen, was mich interessiert hat, ganz egal, wie viel ich zu tun hatte. Heute ist das schwieriger geworden, und trotzdem – diese kleinen Momente, die meine volle Aufmerksamkeit bekommen verschwinden nie.

Und genau so einen Moment hatte ich, als ich durch Instagram scrollte und dieses Buch sah. Viel „Spaß“ in der Blutschule – und immer schön aufpassen und während des Unterrichts nicht mit dem Nachbarn tratschen.

WORUM GEHT’S?
Simon und Mark sind alles andere als begeistert davon, dass sie aus ihrer Stadtwohnung in Berlin hinaus aufs Land ziehen müssen, als die Firma ihres Vaters in Konkurs geht. Trotzdem versuchen sie das Beste daraus zu machen, und trotzdem merken sie bereits bei der Ankunft, dass irgendetwas Eigenartiges vor sich geht. Ein Unheil steht bevor, werden sie dem entkommen können?

Es schien, als hätte irgendwer der Welt eine betongraue
Wolkenmütze über die Augen gezogen, durch deren Fasern
alles trüb und deprimierend aussah. Der erste richtig eklige
Tag des Sommers, und ich wertete das als ein schlechtes Omen.
- Seite 45 -

neutral layers
Mehr Winter Shades findet ihr hier.
MEIN SENF DAZU
Ich wie nicht, ob ich sauer sein soll, oder beeindruckt. Die Blutschule von Max Rhode  stand mehr oder weniger durch Zufall auf meinem Weihnachtswunschzettel – Instagram sei Dank und der guten Bewertung einer Userin. Ich war neugierig, auch weil ich noch nie vom Autor gehört hatte.

Und weil ich ein braves Christkind hatte, durfte ich es unterm Baum auch auspacken. Eden’s Kommentar dazu: „Ich weiß nicht, warum man unter einem Synonym veröffentlicht, wenn dann erst der echte Name darauf steht.“ Nachdem ich fertig bin, haben sich meine Argumente diesbezüglich definitiv bestätigt.

Die Blutschule ist nämlich ganz und gar nicht „Fitzek“. Das beginnt beim Schreibstil und endet beim Aufbau. Als hätte dieses Buch eine ganz andere Person geschrieben. Dafür hat Fitzek schon mal meinen Respekt. Max Rhode macht deshalb Sinn – und auch wenn ich hoffe, noch mehr von ihm zu lesen, wird das wohl nur als Charakter sein. Rhodes Grauen nähert sich schleichend, auf leisen Sohlen, eine allgegenwärtige Bedrohung, an die man sich gewöhnt. Bis es direkt vor einem steht und man keine Chance auf Entkommen hat.

Was mich außerdem noch beeindruckt hat: Rhode gibt einem, was er verspricht: einen Thriller. Ich habe mich noch nie so erschrocken, als es an der Tür geläutet hat, ehrlich nicht. Der Autor hält sich nicht damit auf, brutale, schaurige und Ekel erregende Details zu beschreiben. Er legt mehr Wert darauf, das Grauen heraufzubeschwören. Hier eine unheimliche Begegnung, dort ein Nebencharakter mit dunkler Vergangenheit. Es ist eher die Normalität, ihr Schein, der diesen Thriller ausmacht.

Nicht ganz so spannend wie der Schreibstil sind die Charaktere – sehr gewöhnliche Figuren, die nichts gewöhnliches machen. Pubertierende, die sehr frühreif sind, Eltern, die zu wenig besorgt sind, Nachbarn, die ein wenig verrückt sind, übereifrige Polizisten. Viele Klischees in kurzer Zeit, die dann eine große Charakterwandlung durchmachen… Naja. Da habe ich schon besseres von Fitzek gelesen.

Trotzdem ganz großes Lesekino – ich bin begeistert, auch wenn eigentlich nicht wirklich viel passiert und der Einstieg relativ langwierig ist. Wer gerne Horrorfilme ab 16 (psychisch viel anspruchsvoll, und weit weniger Blut als bei denen ab 18) schaut und Steven King Bücher liest, für den ist dieses Buch wirklich eine Empfehlung. Wer lieber die grausige nackte Wahrheit und Brutalität will, sollte besser die Finger davon lassen und sich einen „echten“ Fitzek schnappen.

Autor: Max Rhode
Titel: Die Blutschule
Genre: THRILLER
Erschienen: 2015
Verlag: Bastei Lübbe AG, Köln
Umfang: 253 Seiten
ISBN: 978-3-404-17267-2

Casey Nonsense
triangle ear studs
River Island Satchel bag
shades of grey and nude
minimal jewelry
neutral winter layering
Timberland Boots Winter White


I’m sorry, but this book isn’t available in English, so I only show you the short version of the content and my opinion.

A family is forced to move from an apartment in Germany to the countryside. And even if they try to make the best of it, they notice, that something bad will come. I really liked Blood School by Max Rhode, I especially loved the writing style, the setup. The story itself is not really bloody, it’s more… subtle. Great! I hope for you guys, that this book will be translated soon.

WHAT I WEAR:
jumper - mint&berry via Zalando (similar)
white shirt - No Name (similar)
nude long blouse - H&M (similar)
beige jeans - Zara (similar)
boots - Timberland "winter white"
Satchel bag - River Island via Zalando
earrings - H&M (similar)


RELATED  |  As Red As Blood  ||  The Infinite Sea  ||  comfort zone  |

written by Casey.
photography by Eden.

Kommentare:

  1. Das klingt aber gut! Werde es mal auf meine (unendlich lange) Leseliste setzen!

    AntwortenLöschen
  2. Ich liebe euer Theme! Bleibt so wie ihr seid, denn ihr seid besonders!

    LG Nicole mydearladies.blogspot.com

    AntwortenLöschen