Freitag, 26. Dezember 2014

read: Beagle, Peter S. [Das letzte Einhorn]

Autor: Peter S. Beagle
Titel: Das letzte Einhorn
Originaltitel: The Last Unicorn (Viking Press)
Genre: Fantasy
Erschienen: 1975 (deutsche Erstausgabe)
Verlag: Klett-Cotta
Umfang: 248 Seiten
ISBN: 978-3-608-93920-0

Wie jedes Jahr zu Weihnachten lief heuer auch wieder Das letzte Einhorn im Fernsehen und natürlich haben wir es uns angesehen. Ganz vergessen habe ich aber, dass ich vor ein paar Jahren das Buch gelesen habe und kurzerhand wurde beschlossen, dass ich es noch einmal lesen muss, weil ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern konnte.

Cover Das letzte Einhorn


Den Inhalt - für jene, die diesen Film oder das Buch, aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, nicht kennen - kurz zusammengefasst: Ein Einhorn realisiert, dass es wohl das letzte auf der ganzen Welt ist und beschließt herauszufinden, wo alle anderen hin sind. Der Zauberer Schmendrick und Molly Grue begleiten sie auf dem Weg zu König Haggard, der nach Aussagen eines Schmetterlings und diversen Dorfbewohnern den roten Stier hält, welcher die Einhörner tötet - glauben zumindest alle. Nach dem ersten "Kampf" mit dem roten Stier wird das Einhorn zum Schutz - von Schmendrick - zu einem Menschenmädchen verwandelt. Sie verliebt sich in den vermeintlichen Sohn, mit dem Namen Lír, von König Haggard und gemeinsam suchen sie die Einhörner.

Hört sich irgendwie ganz schön kitschig an, wenn man das so schreibt, aber ich liebe diesen Film. Die Atmosphäre, der Soundtrack. Er ist einfach toll. Ich kann es nicht leugnen, egal wie kitschig er ist. Und ganz egal, ob es ein Film für Kinder ist, ich werde ihn mir in 50 Jahren bestimmt noch genau so gerne ansehen wie jetzt. Aber nun zum Buch. Es ist wirklich lustig, wie viele Unterschiede es zwischen Buch und Film gibt. Eines muss ich vorweg nehmen: Ich mag den Film lieber. Das ist echt selten der Fall, aber dieses Buch hat mich einfach nicht so gefesselt wie der Film. Vielleicht war ich einfach voreingenommen, weil ich Bilder im Kopf hatte, die im Buch nicht so waren. Insgesamt war die ganze Stimmung im Buch eine andere.

WAS IM BUCH BESSER WAR:
Als das Einhorn in der Gefangenschaft von Mammy Fortuna war, war das Einhorn das letzte zur Schau gestellte Tier, im Buch aber nicht. Dort gab es neben den unzähligen Kreaturen, die im Film nicht vorkommen, auch noch einen letzten Käfig mit Eli darin. Eli ist das Alter. Gespielt von Mammy Fortuna selbst, was natürlich nur mit einem Zauber möglich ist. Irgendwie war die ganze Szenerie des Mitternachtszirkus besser beschrieben und man konnte eher mit dem Einhorn mitfühlen. Wenn man das so sagen kann. Sich in ein Einhorn hineinversetzen klingt zwar seltsam, aber ist möglich! Immerhin ist es das Letzte, das Einzige. Und wer von uns hat sich nicht schon mal alleine gefühlt?

Auf dem Weg zu König Haggards Schloss wandern das Einhorn, Schmendrick und Molly Grue durch Hagsgate, eine Stadt in Haggards Reich. Dort erfährt man einige Geschichten und Gerüchte über Prinz Lír und auch, dass sein richtiger Vater, Drinn, der noch immer im Dorf wohnt, ihn nicht auf Haggards Türschwelle gelegt hat, so wie es im Film heißt, sondern, dass er ihn in den Schnee gelegt hat, weil er kein Geld hatte um für ihn zu sorgen und er dann von Haggard gefunden wurde. Zum Schluss lernt Lír seinen echten Vater sogar kennen.
Ist klar, dass das im Film nicht vorgekommen ist, wenn sie alle niemals in Hagsgate waren. Aber eines frage ich mich noch immer: Warum waren sie nicht dort? Wäre das echt so schwer gewesen?

WAS IM FILM BESSER WAR:
Wie schon oben geschrieben, gefiel mir die Atmosphäre im Film insgesamt einfach besser. Mit den Lieder, die immer so schön passend waren. Jene im Buch haben mich eher verwirrt, als begeistert, aber jedem das Seine.

Als erstes trifft das Einhorn ja auf den Schmetterling, welcher die Einhörner kennt und wirres Zeug singt. (Er ist im Film sympathischer und lustiger!) Im Buch hingegen trifft sie zuerst auf den Mann, der sie behalten will, sie jedoch als Stute sieht. Der Film ergibt hinsichtlich dem mehr Sinn für mich, da sich das Einhorn ja erst wegen dem Schmetterling dazu entschließt, wirklich den Wald zu verlassen. Laut dem Autor aber trifft sie den Schmetterling erst auf dem Weg zu König Haggard. 

Schmendrick raucht, trinkt und macht den Mädchen im Dorf schöne Augen. Er gefällt mir im Film deutlich besser. Es passt besser zu ihm, wenn er ein wenig unbeholfen ist und trotzdem früher oder später die Magie findet.

Die Katze in König Haggards Schloss, welche mit Molly Grue spricht, spricht im Film viel mehr und ist im Buch dünn und hat keine Augenklappe. Irgendwie habe ich den kleinen Dicken ins Herz geschlossen und nicht eine ganz normale Katze vor Augen gehabt.

Und das Lustigste: Das Einhorn sollte laut Buchvorlage eigentlich nicht aussehen wie ein gehörntes Pferd, sondern wie ein Reh. Das hat mich etwas verwirrt.
Aber anscheinend sehen es viele so, dass Einhörner wohl so aussehen müssen, denn erst vor kurzem habe ich hier gelesen, dass ein echtes Einhorn gesichtet wurde. Es war ein Reh mit einem Horn. Jeijj. Das hat mich enttäuscht. Ich stelle mir eben noch immer dieses weiße Pferdchen mit dem hübschen Horn vor und KEIN Reh. 

Also insofern: Das Buch bekommt 3 Herzchen - allein schon für die Idee, aber begeistert hat es mich einfach überhaupt nicht. Für jene, die den Film noch nicht gesehen haben: Lest zuerst das Buch und seht euch dann den Film an, vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich voreingenommen bin. Erzählt mir jedenfalls dann wie es bei euch ist. Oder hat es jemand schon so gemacht? Wie seht ihr das?

                                           ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Love,
Eden


Like every year on Christmas Eve we watched The Last Unicorn on TV. However I completely forgot that I read the book a couple of years ago and without further ado it was decided that I must read it once again because I couldn't remember it in detail.

The content - for those who haven't seen the film or read the book, for which reason ever - summarited briefly: A unicorn realized that it's probably the last one in the whole world and decides to find out where all the others are. The magician Schmendrick and Molly Grue accompany her on the way to Kin Haggard who keeps the Red Bull who killed all the unicorns according to statements of a butterfly and various villagers. After the first "fight" with the Red Bull the unicorn is changed to a human girl by Schmendrick to protect her. Then she falls in love with the putative son of King Haggard with the name Lír and together they're looking for the unicorns.

Sounds quite tacky if one wirtes this that way but I love this movie. The atmosphere, the soundtrack. It's so terrific. I can't deny it no matter how tacky it is. And even if it's for children, I certainly will watch it also with 50 years. But now to the book. It's really funny how many differences there are between the film and the book. One thing I have to say before: I prefer the film. This is extremely seldom like but the book hadn't me at hello. Maybe I had to many prejudices because I had the pictures in my head which weren't that way in the book. Altogether the whole atmosphere was another in the book.

WHAT WAS BETTER IN THE BOOK:
When the unicorn was the captivity of Mommy Fortuna the unicorn was the last animal exhibited but not in the book. There also was - next to the innumerable creatures who aren't there in the movie - a last cage with Eli in it. Eli is the age. Played by Mommy Fortuna herself which is possible of course only with a magic trick. The whole scenery of the midnight circus somehow was described better and one could rather feel for the unicorn. If one can say this like that. Sounds strange but it's possible to put oneself into a unicorns situation. After all, it is the last one. And who of us hasn't felt alone ever before?

The unicorn, Schmendrick and Molly Grue walk by in Hagsgate, a town of Haggard's empire. There one learnes some stories and rumors about prince Lír and that his real father, Drinn, who still lives in the village, hasn't put him in Haggard's threshold, like it's said in the film, but put him in the snow because he didn't have enough money to keep him alive and protect him. Then he was found by Haggard. At the end Lír becomes acquainted with Drinn.
It is clear that this hasn't happened in the film if all of them never were in Hagsgate. But I still wonder about one thing: Why weren't they there? Would this have been so extremely hard?

WHAT WAS BETTER IN THE MOVIE:
Like mentioned before I simply liked the atmosphere better in the film.With the songs which were always so beautifully suitable. Those in the book have confused me more than enthusiastic.

First the unicorn meets the butterfly which knows the unicorns and sings confused things. (He is more pleasant and funnier in the movie!) In the book, first she meets the man who wants to keep her, considers her a mare. The film has more sense than the book in this case because it makes more sense to me that the unicorn decides to really leave the forest because of the butterfly and not like according to the author that she meets the butterfly only on the way to King Haggards castle.

Schmendrick smokes, drinks and makes mooneyes at the girls in the village. I like him considerably a lot more in the film. It suits him better if he is a little clumsy and nevertheless finds the magic sooner or later.

The cat in Haggard's Castle, which speaks to Molly Grue speaks much more in the movie than in the book. And it doesn't have any blinders! I somehow took the small fatty into the heart and didn't had a quite normal cat in front of my eyes.

And the funniest thing: The unicorn shouldn't look like a horned horse but like a deer according to the book. This has confused me.
But apparently more people think that unicorns look like that, becuase recently I read here that a real unicorn was sighted. But it was just a deer with a horn. That disappointed me. I just imagined this white little horse with the pretty horn and NO deer.

Therefore in this respect: The book gets three of five hearts - for the idea but it hadn't me like the film. For those which haven't seen the movie yet: Read the book first and then watch it, perhaps I really have to many prejudices. At all events tell me then how it was with you. Or has somebody already made it that way? How do you see this?

Love,
Eden

Kommentare:

  1. Ehrlich gesagt, wusste ich noch gar nicht, dass der Film auf einem Buch basiert, aber ich glaube auch dass es mir schwer fallen würde das Buch vorzuziehen (auch wenn ihc es nicht gelesen habe), denn den Film habe ich einfach schon so oft gesehen und er hat sich mit seinem Stil und seiner Musik in mein Hirn gebrannt. Anders kann ich es nicht sagen. Die Stimmen tragen für mich auch unfassbar viel zur Geschichte bei, ob das nun der lustige Schmetterling Frank Zander ist oder der authoritäre Haggard, den Christopher Lee so phänomenal gibt.

    Eins wundert mich aber: wenn im Buch das Einhorn eher wie ein Reh sein soll, warum spiegelt sich das nicht im Cover wieder? Für mich kontraproduktiv.

    liebe Grüße~

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    1. Ich zuerst auch nicht aber dann habe ich das Buch gesehen und musste es haben. Ich hätte mir das Lesen ersparen sollen, denn genau das ist eingetroffen: der Film hat sich zu sehr in mein Hirn eingebrannt und im Endeffekt war ich nur enttäuscht.
      Genau. Die Stimmen machen es wirklich aus. Die bringen vor allem die Emotionen so gut rüber und sie fehlen im Buch einfach. Ich hab sie zwar dauernd in meinem Kopf gehört, aber es war anders. Weil der Schmetterling einfach nicht so sympathisch und lustig rüberkam.. sondern eher langweilig und seltsam.

      Das ist wohl das größte Rätsel. Ich bin dagesessen und hab mich einfach nur gefragt, was das jetzt soll. Immerhin erwartet man ein Einhorn.. und für mich ist und bleibt ein Einhorn ein gehörntes Pferd und kein Reh. Ich denke, genau deshalb hat man es auf das Cover gegeben. Weil man eben eine gewisse Vorstellung davon hat, wie ein Einhorn auszusehen hat.

      Liebe Grüße,
      Eden

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