Sonntag, 8. Februar 2015

SONNTAGSPOST | Screen Life



Was bleibt übrig von uns, wenn man alles wegnimmt? Wenn man uns auf unser Sein reduziert und unser Haben außen vor lässt. Wenn wir gezwungen sind, wir selbst zu sein, nur wir, niemand sonst. Und keine Ausreden, keine Ablenkung, nichts, auf das wir uns konzentrieren können.

Was bleibt ohne Handy, Internet, ohne das, womit wir uns täglich Stunden beschäftigen? Was bleibt ohne Social Media? Wie wären wir, was würden wir sein, womit würden wir unsere Zeit verbringen?
Das Leben ist so vollgestopft mit E-Mails-Checken, Facebook, Instagram, Pinterest und was es eben sonst so gibt. Wir sehen uns lieber Youtuber an als den Schrott der im TV läuft. Wir posten auf Instagram unser sogenanntes quadratisches Leben und pinnen all das, was uns gefällt auf virtuelle Pinnwände, die zwar voll sind, deren Inhalt wir aber vergessen.

Es scheint, als würden wir unser Leben vor Bildschirmen verbringen, ich traue mich zu wetten, dass es in jedem Haushalt mindestens einen Computer/Laptop/Tablet gibt – wenn nicht mehrere – fast jeder in unserer Gesellschaft ab dem zehnten Lebensjahr ein Smartphone und kann auch damit umgehen (!) und natürlich gibt es auch überall (mindestens) einen Fernseher.

Also was bleibt von uns, wenn wir all die Bildschirme weglassen? Wenn wir keine Anerkennung im Netz bekommen, wenn uns das Navi nicht heimbringt, wenn wir uns verirren, wenn wir unser quadratisches Leben auf 360° erweitert betrachten müssen? Was sind wir ohne das, was diese Generation ausmacht?

Was bleibt übrig von uns, wenn man alles wegnimmt? Nur wir selbst. Wir und wer wir wirklich sind, ohne Quadrate und Bildschirme, einfach nur wir. Und wenn das Handy keinen Akku hat, dann frage ich nach dem Weg. Wir sollten die Bildschirme nicht aus unserem Leben kicken. Aber wir können uns weniger abhängig von ihnen machen. Denn dann wissen wir, was wir ohne können. Und das ist so oft so viel mehr als wir uns zutrauen.

Also lasst uns raus gehen, egal wie kalt es ist, die frische Luft genießen anstatt daheim zu sitzen und Schrott anzusehen. Lasst uns doch einfach mal nach dem Weg fragen, auch wenn genug Akku da ist. Lasst uns doch ein 360° Leben führen. Einfach, weil es so viel mehr in dieser Welt gibt als das, was auf Instagram passt.







What remains of us, if one removes everything? If we are reduced to our being and our having is left out? If we are forced to be ourselves, just ourselves, nobody and nothing else. And no excuses, no distraction, nothing, on which we may concentrate is around us.

What remains without mobile phones, internet, without that, on what we are spending hours a day? What’s left without Social Media? Who would we be, what would we be like, with what we would pass our time?

Life is so crowded with checking e-mails, facebook, Instagram, Pinterest and whatever besides. We rather watch YouTube than that junk in TV. We post our so called square life on Instagram an pin everything what inspires us, what we like on virtual pin boards, which are indeed full but we tend to forget their content.

It seems like we spend our life in front of screens, I risk to bet, that every single household out there got at least one PC/laptop/tablet – or more – nearly everybody in our society above the age of ten got a smart phone and is able to handle (!) it and naturally we all got – at least – one TV.

So what remains of us, if we exclude all these screens? If we don’t get any appreciation on the net, if our GPS doesn’t bring us home, if we are lost in a foreign town, if we have to see our square life extended to 360 degrees? Who are we without that, what constitutes this generation?

What remains of us, if one removes everything? Just ourselves. We and who we really are, without squares and screens, simply we. And if my mobile phone hasn’t any battery, I’m gonna ask for the way. We shouldn’t kick screens out of our lives. But we could make us less dependent of them. Because then we know what we can do without them. And that’s often so much more than we dare.

So let us go out, samey how cold it is, enjoy the fresh air instead of sitting at home and watch junk at TV. Simply let us ask for the way even if the mobile has enough battery. Let us live a 360 degrees life. Just because there is so much more in this world than this, what fits in the WWW.

Kommentare:

  1. Da hast du mal wieder gute Worte gefunden! Es ist wirklich schade wie sehr so mancher abhängig von irgendeinem Display ist. Ich meine, ich surfe auch gern mal oder spiele ein wenig (vor allem abends, ich geb's zu), aber ich achte auch immer daruf ein "richtiges" Leben zuführen, abseits von Facebook und Konsorten. Es ist wichtig, sich nicht irgendwo im Netz zu verlieren :)

    Liebst,
    Steffi von the Curious Girl

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  2. Hi,
    ich glaube dass das Sein so ziemlich alles ist, was der Mensch wirklich hat. Was er sonst noch so besitzt, kann verloren gehen, aber man selbst bleibt. Deshalb würde ich es nicht als reduzieren sehen, viele Menschen aber schon, die ich kenne.
    Ohne das ganze Internet und diese riesige Elektronikauswahl würden wir uns wohl wieder, so wie ich es von früher gewohnt bin, viel mehr mit uns Menschen direkt beschäftigen. Ich war es selbst immer gewohnt, wenn ich einen Freund sehen wollte, hab ich bei ihm angeläutet und gehofft, dass er Zeit hatte. Wenn nicht, dann eben nicht. Es war nicht vorher mit dem Handy abzuchecken. Das vermisse ich irgendwie, war schon toll. :-)
    Man zeigt zwar viel von sich im Internet, aber man weiß eben noch immer nicht, wie dieser Mensch wirklich ist. Dazu gehört ein gutes Gespräch, es fehlt das ganz persönliche. Dann erst kann man sich ein richtiges Bild machen.
    Du hast vollkommen recht, man kann sich immer öfter von Internet und Navi lösen und einfach leben, das Leben mehr genießen. Sich andere Eindrücke verschaffen, ich weiß, dass man in der Zeit ohne Computer einfach mehr vom Leben sieht. Ich praktiziere das gerade, deshalb bin ich auch immer seltener auf meinem Blog zu finden, leider auch auf den anderen. Aber nach einiger Zeit vermisse ich es, Beiträge zu lesen und wenn ich Zeit habe, mache ich es auch wieder. Schließlich habe ich auch ganz liebe Menschen im Netz kennengelernt, so wie auch euch Beide.

    Du hast verstanden, dass das Leben außerhalb des Internets und der Elektronik interessant ist und dass es sich lohnt, auch mal ohne zu leben. Wunderbar hast du deine Gedanken aufgeschrieben, ich hoffe, es denken auch genug Menschen mal darüber nach.

    So, jetzt gehe ich raus und genieße die frische Luft, es ist ein schöner Tag in Wien, ein wenig nebelig, aber die Sonne ist da.
    Ich wünsche euch Beiden einen schönen Valentinstag. Und natürlich auch einen tollen Sonntag morgen. :-)
    Liebe Grüße
    Danny

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